
Der Sozialdezernent Dr. Wendenburg war mit dem Maler Joseph Ahrens befreundet, der in einem Gymnasium auf dem Dachboden wohnte und dringend eine Wohnung und ein Atelier brauchte.
Ahrens kannte wiederum Künstler aus Bereichen wie Bildhauerei, Textilgestaltung, Architektur,
Literatur, die in ähnlichen Situationen lebten und arbeiteten.
Zusammen mit dem Bildhauer Hubert Nietsch, den Architekten Ludwig Schwickert und Otto Prinz, und dem Graphiker Ferdinand Mindt begann 1931 das künstlerische Leben in dem ehemaligen Bauernanwesen.
1932 zogen die Kunstweberinnen Berta Obertüschen, die spätere Ehefrau von Ahrens, und Elisabeth Pieper sowie die Modezeichnerin Elli Lindner in die Remise ein.
1935 kam der Schriftsteller und Puppenspieler Heinrich Maria Denneborg und der Goldschmied Willi Spürkel dazu.
1936 bezog der Kunstbuchbinder Heinz Klein die schon 1934 von den Weberinnen geräumte Remise.
1937 eröffnete Karl Schmitz-Hohenschutz seine Keramik-Werkstatt, und der Grafiker Wilhelm Nengelken übernahm das Atelier von Ferdinand Mindt, der 1934 ausgeschieden war.
1938 kam der Kunstschmied Erich Friedemann Werner zur Künstlerschaft dazu, sowie Wilhelm Schröder, der Steinmetzmeister, der das neu erbaute Fachwerkhaus bezog.
Diese Künstlergemeinschaft gründete 1945
die Künstlersiedlung Halfmannshof e.V., mit dem Werkzeichen

Der Halfmannshof in Gelsenkirchen: In den 60er und 70er Jahren ein Zentrum
der bildenden Kunst mitten im Ruhrgebiet. Nach der Konzeption des Künstlers
Ferdinand Spindel (SchaumstoffObjekte) sollten "Neue Tendenzen in der Bildenden Kunst" erstmals im Halfmannshof ausgestellt werden.
Der Erfolg: Mack, Piene, Uecker, Le Parc, Megert, Ives Klein, rickey,
Morellet, die jungen Holländer von Bonies bis Struycken, aber auch
"neue Tendenz jugoslawien", "bern 66", die Gruppe Zero ...
Ende der 80er Jahre, in Anlehnung an die Jubiläen zu "150 Jahre
Fotografie", zeigte der Halfmannshof zusammen mit dem Museum und anderen
Gelsenkirchener Einrichtungen u. a. eine Stankowski-Ausstellung. In den
90er Jahren wurden die "neuen tendenzen" fort gesetzt (B1, Aulehla, Hupe,
Platz, van Bebber).
Einige, die heute Klassiker im Bereich der Kunst sind, haben ihre ersten Ausstellungen im Halfmannshof gezeigt.