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Die Geschichte des Halfmannshofes von den Anfängen bis in die
Nachkriegszeit Bei der vom ISG zu erstellenden Studie über die Geschichte der Künstlersiedlung Halfmannshof, beginnend mit ihrer Gründung im Jahr 1931 durch die Stadt Gelsenkirchen bis in die unmittelbare Nachkriegszeit, handelt es sich um eine Verschriftlichung, die mit faksimilierten Texten und Fotos aus dem zu untersuchenden Zeitabschnitt angereichert wird. Die Grundlage besteht aus zeitgenössischen Archivalien, Presseerzeugnissen, Bilder und Dokumente von Zeitzeugen sowie die zum Themenbereich erschienene wissenschaftliche Sekundärliteratur. Bevor der Hof des Bauern Hugo Halfmann 1931 in eine Künstlersiedlung umgewandelt wurde, war er ein großer landwirtschaftlicher Betrieb, mit einer jahrhundertealten Geschichte. Es lässt sich allerdings nicht mehr klären, wann sich ein Bauer dort ansiedelte. Sicher ist jedoch, dass der Hof 1180 mit dem Sturz Heinrich des Löwen an die Kölner Erzbischöfe überging. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1486 im Schatzbuch der Grafschaft Mark. Dort wird Henrich tem Hovell als Bauer genannt, der die Hälfte seines Ertrages seinem jeweiligen Grundherrn zu zinsen hatte, woraus sich der Name Halfmann herleitete. Die Stammliste der Besitzer des Hofes mit dem Namen Halfmann lässt sich vom etwa 1640 geborenen Johann Halfmann achter den Berg bis zum Tode des letzten Bauern Hugo Halfmann im Jahre 1928 rekonstruieren. Er verkaufte 1924 seinen schuldenfreien Besitz an die Stadt Gelsenkirchen, bevor er 1928 starb. Nach dessen Tod wurden verschiedene Überlegungen angestellt, die langsam verfallende Immobilie zu nutzen. Und so entschied sich die Stadt auf Initiative des damaligen Sozialdezernenten Dr. Wendenburg im Herbst 1931, dort eine Künstlersiedlung einzurichten. Deren Gründungsmitglieder waren der Maler und Grafiker Josef Arens, der Bildhauer Hubert Nietsch sowie die Architekten Otto Prinz und Ludwig Schwickert. Die Idee, die dahinterstand war, Künstler und Kunsthandwerker unterschiedlicher Fachrichtungen dort in einer Wohngemeinschaft anzusiedeln, damit diese nicht untereinander in Konkurrenz treten können. Im Gegensatz zum Bauhaus, mit dem der Halfmannshof auch hin und wieder verglichen wird, ist er aber keine akademische Lehreinrichtung. Im Jahr der Machtüberrnahme durch die Nationalsozialisten fand 1933 nach Jahren des erfolgreichen Umbaus und der Aufnahme drei weiterer Künstlerinnen, den Weberinnen Berta Obertüschen und Lisbeth Pieper sowie der Modezeichnerin Elli Lindner, die erste Kunstausstellung auf dem Hof statt, die von den neuen Machthabern anerkennend zur Kenntnis genommen wurde. In der Zeit bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 wechselte von den vier Gründungsmitgliedern abgesehen, noch einige Male die Zusammensetzung. So kamen 1934, nachdem zwei der drei Frauen wieder die Gemeinschaft verließen, der Architekt Ferdinand Mindt und der Goldschmied Wilhelm Spürkel hinzu. Mit dem Puppenspieler und Schriftsteller Heinrich Maria Denneborg wurde die Gemeinschaft 1935 um eine Person erweitert, die weder der bildenden Kunst noch dem Kunsthandwerk zuzurechnen ist. Er und der 1936 aufgenommene Kunstbuchbinder Heinz Klein verkörperten bis in die 1970er Jahre die erste Halfmannshöfer- Generation. Es fand in jener Zeit eine einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen Künstlerschaft, Stadtverwaltung und staatlichen Einrichtungen statt, die sich auch, im Kriege mit oder ohne Uniform, fortsetzte. Dabei spielte die Wehrmacht und die Industrie als Auftraggeber für einige Künstler eine außerordentliche Rolle. Zu den bereits dort lebenden Künstlern gesellten sich in den Jahren 1937, 1938 und 1939 die schon lange mit den Halfmannshöfern zusammenarbeitenden Keramiker Carl- Bernhard und Karl Schmitz-Hohenschutz, der Maler Wilhelm Nengelken, der Steinmetz Wilhelm Schröder und der Kunstschmied Erich Friedemann Werner hinzu. Schon unmittelbar nach dem Kriegsende 1945 fanden sich bis auf Josef Arens, der den Hof schon 1943 in Richtung Rheinland verließ, alle Künstler nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft und der anschließenden Entnazifizierung zum Wiederaufbau auf dem Halfmannshof ein. Der Neuanfang startete 1948 mit der ersten großen Ausstellung, bei der auch die neuen Hofmitglieder, der Königsberger Maler Prof. Eduard Bischoff und der Gelsenkirchener Maler und Grafiker Prof. Franz Marten ihr Können präsentierten. |
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