Geschichte der Künstlersiedlung Halfmannshof 1945 - 2010

1931-1945
1945 ist die Künstlersiedlung teilweise durch Bomben zerstört und 1946 beginnt unter Federführung des Architekten Schwickert der Wiederaufbau.
1948 wird der gemeinnützige Verein "Künstlersiedlung Halfmannshof" gegründet, 1949 dann der Freundeskreis der Künstlersiedlung Halfmannshof.
Das erste "Kikeriki Künstlerkarneval" – Fest wird von allen Künstlern und von nun an jedes Jahr gemeinsam vorbereitet und durchgeführt.
1956 feiert der Halfmannshof sein 25-jähriges Bestehen. Im gleichen Jahr wird der Neubau des Atelierhauses nach Entwürfen des Halfmannhöfer Architekten Ludwig Schwickert vollendet. Das Ausstellungs- und Ateliergebäude ist multifunktional konzipiert und in seiner schlichten Ausführung in Glas und Beton ein herausragendes Beispiel für die Architektur der Fünfziger Jahre in Gelsenkirchen.

Die60er Jahre
Der Halfmannshof ist Schaufenster der Kunst nach Heiner Stachelhaus: "zu einem magischen Platz für die junge Kunst" - Motor dieser Entwicklung ist Ferdinand Spindel, ab 1963 Mitglied der Künstlersiedlung, der mit Schaumstoff experimentierte. Es bestand Kontakt zu internationalen Künstlerkreisen.
Viele Präsentationen in den Sechzigern und Anfang der Siebziger Jahre sind Inkunabeln der deutschen Ausstellungsszene (gruppe nul 1965, Gianni Colombo 1969)!
1963 stellt die Düsseldorfer Gruppe "Zero" mit Mack, Piene, Uecker und ihr nahestehende Künstler Bury, Goepfert, Holweck, Luther und Salentin aus.
1964 wird mit einem gewissen lokalpatriotischen Stolz, das, was an Avantgarde-Kunst in Gelsenkirchen gesammelt wurde, gezeigt (Agam, Y.Klein, Mavignier, Soto, Takis Tinguely)
1965 präsentiert sich die "gruppe nul" mit Armando, Peters, Schoonhoven u. a. zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland.

Die siebziger Jahre
Bis in die siebziger Jahre werden jährlich avantgardistische Ausstellungen von internationalem Rang, Werkpräsentationen der Halfmannshöfer Künstler und Austauschprojekte mit den internationalen Partnerstädten Gelsenkirchens durchgeführt.
Häufig wechseln die Mitgliedschaften in der Künstlersiedlung u.a. Hans-Wolfgang Lingemann – HAWOLI, Ewerdt Hilgemann verlassen die Künstlersiedlung. Spindel verlässt 1973 die Künstlersiedlung, Jiri Hilmar und Herbert Daniel ziehen ein.
Ab 1975 wird der vorweihnachtliche Kunstmarkt in der Siedlung etabliert.
Bis in die achtziger Jahre werden zahlreiche Einzelausstellung von in der Kunst richtungsweisenden Künstlern präsentiert: darunter, Palermo, Rolf Jörres – Steine; Frantisek Kyncl; Günter Dohr – Lichtobjekte, Manfred Hoinka – Lehmobjekt, Gerhard Losemann –„Spuren“.

Die achtziger Jahre
Musik und Literatur – Künstler des Musiktheaters Gelsenkirchen treten im Halfmannshof auf. Eine künstlerische Partnerschaft mit der jugoslawischen Stadt Zenica entsteht: ein erster Künstleraustausch in beide Richtungen.
Der „Ruhrgebietspreis für bildende Kunst“ geht 1988 an den Halfmannshöfer Jiri Hilmar.

Die neunziger Jahre
Es stellen aus: Fotografisch arbeitende Künstler: Peter Happel; Peter Thomann, Anton Stankowski
Ferner Günter Tollmann – Bilder, Gruppe B 1; Gabriele Aulehla; Dirk Hupe; Christoph Platz; Claus van Bebber
Die Reihe „Ab durch die Mitte“ verwirklicht Sparten übergreifend Architektur und Lage der Ausstellungshalle der Künstlersiedlung Halfmannshof; im Focus speziell auf diesen Raum zugeschnittene Installationen – mit Performances, Installationen, Musik und bildhauerischen Aspekten

Im Jahr 2000 gab die Neue Philharmonie ein großes Pfingstkonzert unter freiem Himmel.
Ab 2004 initiiert Heiner Szamida "mus-e Kinderkunstausstellungen". Mit der gleichen Aufmerksamkeit wie der Erwachsenenkunst wird den in den mus-e Projekten der Yehudi Menuhin Stiftung entstandenen Kinderkunstwerken jedes Jahr im Sommer eine komplette Ausstellung mit einem speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichteten Begleitprogramm eröffnet.
2006 fand das unter den Gelsenkirchenern sehr beachtete Bildhauer Symposium „Partnerschaft – Gemeinsame Vielfalt“ mit 5 Künstlern aus den 5 Partnerstädten auf der großen Wiese in der Künstlersiedlung Halfmannshof statt.
Seit 2008 gibt es ein neues Corporate Design. Über einen Wettbewerb zwischen den Studenten der Universität Duisburg-Essen und der Fachhochschule Düsseldorf wurde ein neues Logo und Erscheinungsbild erarbeitet.

Derzeit leben 9 Künstlerinnen und Künstler in der Künstlersiedlung, im Verein sind z.Z. 4 Künstler


Sommerkonzert 1953



Pfingstkonzert 2000, Dirigent Johannes Wildner

muse-07

Kinderkunstausstellung 2007


Annette Erkelenz - Malerei, 2011

Geschichte 1931-1950    Künstlersiedlung Halfmannshof e.V.